Sprachfehler und Artikulationsstörungen: Lispeln, Nuscheln & Co

Häufige Sprachfehler und Artikulationsstörungen sind das Lispeln, das Nuscheln und ein zu hohes Sprechtempo. Sie führen einerseits zu Verständnisproblemen bei den Zuhörern, andererseits zu einer Verunsicherung des Sprechers. Vor allem in bedeutsamen Gesprächssituationen, wie Vorträgen, Präsentationen oder Kundengesprächen, erleben Betroffene oft unangenehme Kommunikationserfahrungen und entwickeln manchmal einen erheblichen Leidensdruck. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die häufigsten Sprachfehler, Artikulationsstörungen und andere sprechtechnische Probleme und was man dagegen tun kann.

Die häufigsten Sprachfehler und Artikulationstörungen bei Erwachsenen

Die Entwicklung der Artikulation und der Aussprache verläuft innerhalb der kindlichen Sprachentwicklung und ist normalerweise mit dem Eintritt in die Schule abgeschlossen. Gelegentlich kommt es aber zu Sprachfehlern oder Artikulationsstörungen, die bis ins Erwachsenenalter fortbestehen.

Sprach- und Sprechfehler bei Zischlauten

Der wohl häufigste Sprechfehler im Erwachsenenalter ist das Lispeln. Bei dieser Artikulationsstörung kommt es zu einer Fehlbildung der Zischlaute /s/, /ch/ oder /sch/. In der Regel führt dabei eine Fehlstellung der Artikulationsorgane, z.B. der Zunge zu einem frequenzveränderten Zischlaut, der dann als lispeln wahrgenommen wird.

Undeutliche Aussprache, Nuscheln, „verhaspeln“

Bei vielen Menschen zeigen sich in der freien Rede Symptome einer Artikulationsstörung, obwohl sie sprechtechnisch in der Lage sind alle Laute korrekt zu bilden. In einer Ausspracheprüfung sprechen sie die einzelnen Wörter korrekt und gut verständlich aus. Beim freien Sprechen dagegen zeigen sich vielfältige Symptome einer Artikulationsstörung. Mit Hilfe einer computergestützten Sprachanayse lassen sich solche Symptome gut erkennen, z.B.:

  • deutlich reduzierten Verständlichkeit
  • hohes Sprechtempo
  • unpräzisen Artikulation
  • Weglassen von Endsilben
  • Versprecher

Das schnelle Sprechtempo

Das schnelle Sprechtempo ist kein Sprech- oder Sprachfehler im eigentlichen Sinn, kann sich aber sehr ungünstig auf die Verständlichkeit auswirken. Außerdem führt ein hohes Sprechtempo häufig zu Problemen in der Sprechatmung und der Stimmgebung und führt zu einer Zunahme von Versprechern. Obwohl sich das Sprechtempo willkürlich steuern lässt, fällt es den meisten Menschen schwer, die Sprechgeschwindigkeit über einen längeren Zeitraum zu verlangsamen. Besonders bei der Vermittlung wichtiger Inhalte oder bei Nervosität erhöht sich bei vielen Menschen ungewollt das Sprechtempo und erschwert das Sprechen.

Die unphysiologische Sprechatmung

Die Sprechatmung ist ein physiologisch sehr komplexer Vorgang und viele Menschen berichten von Atemproblemen beim Sprechen. Da die Atmung die Luft für die Stimmgebung liefert und damit die Grundlage des Sprechens und Singens darstellt, ist der Leidensdruck bei Betroffenen groß. Eine unphysiologische Sprechatmung ist durch die folgenden Merkmale gekennzeichnet:

  • kurze unregelmäßige Atempausen in Form einer Schnappatmung
  • geräuschhafte Einatmung
  • zu Lange Sprechphrasen
  • Hochatmung (Clavikularatmung) / fehlende Bauchatmung (Zwerchfellatmung)
  • verkrampfte, mühevolle Atmung
  • hoher Luftverbrauch mit Luftnot

Sprachfehler im Erwachsenenalter: Was kann man tun?

Bei allen sprechtechnisch bedingten Sprachfehlern lassen sich durch ein systematisches Sprechtraining bzw. eine logopädische Therapie deutliche Verbesserungen erzielen. Je nach individuellem Bedarf werden dabei folgenden Ziele erarbeitet:

  • Deutliche Artikulation
  • Behandlung von Artikulationsfehlern
  • Kontrolle des Sprechtempos
  • Erarbeitung der physiologischen Sprechatmung
  • Stimmübungen zur Entwicklung eines klangvollen und tragfähigen Stimmklangs

Logopädische Therapie und Sprechtraining

In einer logopädischen Erstuntersuchung mit eingehender Sprachanalyse geht es darum, Sprech- und Sprachfehler zu identifizieren, herauszufinden, welche sprechtechnischen Defizite vorliegen und wie stark die kommunikative Beeinträchtigung im Alltag ist. Sollte es sich dabei um eine medizinisch relevante Sprech- oder Sprachstörung handeln, wird eine logopädische Therapie von der gesetzlichen Krankenkassen finanziert und vom überweisenden Arzt verordnet.

Haben Sie Fragen zum Thema Sprachfehler, Artikulationsstörungen, der logopädischen Therapie oder einem Sprechtraining, dann schreiben Sie mir eine E-Mail.

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