Logopädische Stimmtherapie

Eine logopädische Stimmtherapie hilft, wenn die Stimme schnell heiser wird und leicht ermüdet, wenn das Sprechen anstrengt und das Atmen schwer fällt. Viele Menschen leiden unter solchen und anderen Stimmbeschwerden. Beginnende Stimmstörungen sollten früh erkannt werden, damit sie rechtzeitig behandelt werden können. Je früher eine Stimmbehandlung beginnt, desto besser sind die Erfolge

Eine gesunde Stimme funktioniert leichtgängig, ist belastbar und widerstandsfähig. In einer Stimmtherapie unterstützen wir Sie dabei, eine gute Atem-, Sprech- und Stimmtechnik zu finden.

Eine gesunde Stimme funktioniert leichtgängig, ist belastbar und wiederstandsfähig.

Weil unsere Stimme so wichtig ist…

Sie ist unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Und obwohl sie eines der kompliziertesten „Instrumente“ ist, die man sich vorstellen kann, haben sich die wenigsten bewusst mit ihr beschäftigt. Wir verwenden Sie von Kindesbeinen an und haben auf sehr intuitive Weise unsere eigene Stimmtechnik entwickelt. Wir greifen auf sie zu, wann immer wir sie benötigen und erwarten dass sie funktioniert. Manchmal muten wir ihr einiges zu.

Weil unsere Stimme ein robustes Organ ist, hält sie einiges aus. Manchmal aber entwickeln sich im Laufe der Jahre Stimmprobleme, die ganz unterschiedliche Ursachen haben können. Die Patienten bemerken meistens als erstes, dass sich der Stimmklang verändert hat und das Sprechen schwerer fällt. Dies können erste Anzeichen einer Stimmstörung sein, die immer von einem HNO-Arzt oder in einer Phoniatrie untersucht werden sollten.

Wenn Sie Stimmprobleme haben, vereinbaren Sie einen Termin bei einem HNO-Arzt oder in der Phoniatrie.

Stimmtherapie bei beginnender Stimmstörung

Bei vielen Menschen entwickeln sich im Laufe der Jahre atem-, sprech- oder stimmtechnische Defizite. Manchmal sind es lediglich Angewohnheiten oder Eigenarten des Sprechers, wie z.B. ein schnelles Sprechtempo mit fehlenden Atempausen, die sich nachteilig auf die Stimmgebung auswirken. Manchmal ist es auch eine hohe Stimmbelastung im Beruf, die zu einer Stimmüberlastung führt. Es gibt viele unterschiedliche Ursachen, die die Stimmgebung beeinträchtigen können und damit Stimmstörungen auslösen.

Symptomatik

Das Hauptmerkmal von Stimmstörungen ist die Heiserkeit, die unabhängig von einer Erkältung besteht. Eine heisere Stimme ist dadurch gekennzeichnet, dass durch ein unphysiologisches Schwingungsverhalten der Stimmlippen Geräuschbeimischungen im Stimmklang entstehen. Die Stimme klingt rauh oder behaucht und ist in ihrer Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Je nach Ausprägung der Stimmstörung können noch viele weitere Symptome hinzukommen, z.B.:

  • Sprechanstrengung
  • Verspannungen im Bereich des Nackens
  • Spannungskopfschmerzen
  • Schmerzen bei längerem Sprechen im Bereich des Kehlkopfes
  • Schleimbildung
  • Räusperzwang
  • gepresster Stimmklang
  • „Kloß im Hals“
  • leise, klangarme und wenig tragfähige Stimme
  • empfindliche Stimme
  • Versagen oder Wegbrechen der Stimme
  • Stimmlosigkeit (Aphonie)

Grundsätzlich gilt: Wenn eine Heiserkeit länger als 14 Tage andauert, sollte eine Vorstellung beim HNO-Arzt erfolgen.

Ursachen und Arten von Stimmstörungen

Stimmbeschwerden können durch eine Reihe ganz unterschiedlicher Ursachen ausgelöst werden. In Abhängigkeit von den Ursachen ergeben sich spezifische Störungsmuster und damit unterschiedliche Arten von Stimmstörungen:

  1. Die hyperfunktionelle Dysphonie ist durch einen zu großen Kraftaufwand bei der Stimmgebung gekennzeichnet. Dadurch entsteht bei der Tonproduktion im Kehlkopf ein zu hoher Ausatemdruck, der sich ungünstig auf die Klangerzeugung auswirkt. Diese Stimmstörung entsteht häufig bei einer hohen Stimmbelastung im Beruf und führt zu einem rauen, heiseren und gepressten Stimmklang.
  2. Bei der hypofunktionellen Stimmstörung ist die stimmliche Leistungsfähigkeit entweder aus konstitutionellen oder stimmtechnischen Gründen eingeschränkt. Durch die kraftlose Stimmgebung entsteht ein leiser, behauchter und wenig tragfähiger Stimmklang. Die Stimme ermüdet schnell und droht bei Belastung zu versagen.
  3. Organische Dysphonien entstehen durch pathologische Veränderungen des Kehlkopfes, die die Klangerzeugung beeinträchtigen. Wenn sich auf den Stimmlippen bespielsweise Stimmlippenknötchen gebildet haben, dann behindern diese die Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen und führen zu einer ausgeprägten Heiserkeit.
  4. Psychogene Dysphonie: Weil das seelisches Befinden große Auswirkungen auf unsere Stimmgebung hat, können Stimmstörungen auch psychische Gründe haben. In schweren Fällen kann eine vollständige Stimmlosigkeit entstehen.
  5. Stimmlippenlähmungen führen zu einer meist plötzlich auftretenden Bewegungsunfähigkeit einer oder beider Stimmlippen. Da die Stimmlippen nicht nur für die Erzeugung des Stimmklangs zuständig sind, sondern auch beim Atem- und Schluckvorgang beteiligt sind, können ausgeprägte Atem-, Stimm- und Schluckstörungen die Folge sein.

Je früher eine beginnende Stimmstörung behandelt wird, desto besser sind die Therapieerfolge.

Wer verordnet eine Stimmtherapie?

Bevor eine logopädische Therapie aufgenommen werden kann, ist immer eine ärztliche Untersuchung erforderlich. Wenn Sie unter stimmliche Einschränkungen leiden, dann sollten Sie einen Termin bei einem HNO-Arzt oder in einer Phoniatrie vereinbaren. Sofern der Arzt Symptome einer Stimmstörung feststellt, wird er ggfs. eine Stimmtherapie verordnen.

Wer trägt die Kosten für die logopädische Stimmbehandlung?

Falls eine ärztliche Verordnung für eine logopädische Therapie vorliegt, werden 90 % der Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse getragen. Einen Eigenanteil von 10 % müssen Patienten selbst finanzieren. Privat versicherte Patienten tragen die Kosten zunächst grundsätzlich selbst und können die Unterlagen nachträglich bei ihrer Krankenkasse einreichen. Zur Prüfung einer Kostenübernahme empfehlen wir allen privat-versicherten Patienten, vor Beginn der logopädischen Stimmtherapie bei ihrer Versicherung nachzufragen.

Stimmtherapie oder Stimmtraining?

Immer dann, wenn eindeutige Symptome einer Dysphonie vorliegen ist eine logopädische Stimmtherapie indiziert. Ein Stimmtraining ist als vorbeugende Maßnahme für all diejenigen sinnvoll, die eine hohe Stimmbelastung im Beruf haben oder die mit leichteren sprechtechnischen Problemen zu tun haben. Wenn Sie regelmäßig unter Stimmproblemen leiden, dann vereinbaren Sie einen Termin bei einem HNO-Arzt.

Wenn die Stimmlippen ungehindert schwingen können, dann entsteht ein gesunder Stimmklang, der sowohl leichtgängig als auch kräftig ist.

Die logopädische Stimmtherapie

Das Ziel einer logopädischen Stimmtherapie ist die Verbesserung der stimmlichen Leistungsfähigkeit. Je besser die Atem-, Sprech- und Stimmtechnik entwickelt ist, desto leistungsfähiger und robuster ist auch unsere Stimme. Weil sich sich sowohl die Beschwerden als auch die stimmtechnischen Mängel von Patient zu Patient deutlich unterscheiden, beginnt jede Stimmbehandlung mit einer ausführlichen Diagnostik.

Die Stimmdiagnostik

Bevor die Stimmbehandlung beginnen kann, findet in der ersten Stunde immer eine Stimmdiagnostik statt. In einem ausführlichen Eingangsgespräch beschreibt der Patient seine Beschwerden. Danach ermitteln wir in der Atem-, Sprech- und Stimmanalyse, welche atem-, sprech- und stimmtechnischen Mängel die Stimmstörung verursachen. Neben klassischen logopädische Untersuchungsverfahren kommen dabei auch computergestützte Stimmanalyseprogramme zum Einsatz.

Beginn der Stimmtherapie

Stimmstörung werden meistens durch mehrere Faktoren ausgelöst. Wie sie entstehen und aufrechterhalten werden ist daher kompliziert. Damit der Patient seine Stimmfunktion erfolgreich verändern kann, ist eine gute Kenntnis über die eigene Stimme erforderlich. Je genauer der Patient versteht, wodurch die Stimmprobleme entstehen und wie sie aufrecht erhalten werden, desto schneller stellen sich Erfolge ein. Bevor die Stimmtherapie beginnen kann, findet daher immer eine gemeinsame Auswertung der Diagnostik und eine gemeinsame Therapieplanung statt.

Je genauer der Patient seine eigene Stimme wahrnimmt, desto besser kann er sie verändern.

Ziele und Methoden der Stimmtherapie

Artikulationsübungen

Weil eine deutliche Artikulation nicht nur wichtig für die Verständlichkeit ist, sondern auch Auswirkungen auf unseren Stimmklang hat, ist eine deutliche Aussprache eine wichtige Voraussetzung für eine gesunde Stimme. Artikulations- und Sprechübungen helfen dabei, die Sprachlaute gut auszuformen und eine klangvolle Sprechweise zu entwickeln.

Kontrolle des Sprechtempos

Auch das Sprechtempo hat enorme Auswirkungen auf alle Prozesse des Sprechens. Je schneller wir sprechen, desto häufiger kommt es zu Versprechern und desto schwerer fällt uns das Atmen. Daher sind Sprechübungen zu einem kontrollierten und angemessenen Sprechtempo meistens Teil der Behandlung.

Atemübungen für eine leichtgängige Sprechatmung

Die Ausatemluft versetzt unsere Stimmlippen in Schwingung. Daher ist eine gute Atemtechnik eine wichtige Grundlage für eine klangvolle Stimme. Weil die Sprechatmung ein sehr komplexer Vorgang ist, sind atemtechnische Mängel weit verreitet. Die gesunde Sprechatmung ist leichtgängig, erfolgt regelmäßig und unhörbar durch den Mund und äußert sich in einer tiefen Bauchatmung.

Stimmübungen für eine bessere Klangqualität

Je weniger Geräuschbeimischungen bei der Stimmgebung entstehen, desto klarer und klangvoller ist der Stimmklang. Wenn der Patient mit Hilfe von Stimmübungen lernt, seine Stimmlippen „frei“ schwingen zu lassen, dann entsteht ein kräftiger und tragfähiger Stimmklang.

Tipps zur Stimmpflege

Vor allem Berufssprecher sollten stimmhygienische Maßnahmen kennen und anwenden. Denn ein sorgsamer Umgang mit unserer Stimme hilft, sie dauerhaft gesund zu erhalten. Wichtige Maßnahmen sind das ausreichende Trinken, die Stimmschonung bei einer Kehlkopfentzündung und der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol.

Bewusster Einsatz kommunikativer Strategien

Nicht immer sind viele Worte erforderlich und nicht immer ist Lautstärke das richtige Mittel. Weil wir durch bewusstes Kommunikationsverhalten unsere Stimmbelastung deutlich reduzieren können, sollten vor allem Berufssprecher bewusst planen. Je ökonomischer wir mit unserer Stimme umgehen, desto geringer ist die Stimmbelastung.

Technische Hilfsmittel

Da längeres Sprechen in erhöhter Lautstärke die Stimme belastet, sollten bei hoher Umgebungslautstärke unbedingt technische Hilfsmittel unterstützend eingesetzt werden. Mikrofone und Verstärker sind heute sehr leistungsfähig, preiswert und gut transportabel. Sie können daher in vielen Berufen stimmentlastend eingesetzt werden.

Sowohl die Atmung, als auch die Artikulation haben große Auwirkungen auf unseren Stimmklang.

Wenn Sie Fragen haben, schicken Sie uns eine E-Mail.

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