In einem Atemtraining bzw. einer logopädischen Atemtherapie lernst du, worauf es bei einer guten Sprechatmung ankommt. Atemprobleme beim Sprechen sind keine Seltenheit. Sie können sich zum Beispiel in einer flachen Atmung, einer wenig ausgeprägten Bauchatmung, zu langen Sprechphrasen, Atemgeräuschen oder Atemnot beim Sprechen zeigen. Da die Atmung eine wichtige Grundlage der Stimmgebung ist, können sich dadurch auch Stimmprobleme entwickeln.
Ein Atemtraining kann bei leichten oder beginnenden Atemproblemen eine gute Unterstützung sein. Wenn sich eine medizinisch relevante Atem-, Sprech- oder Stimmstörung entwickelt hat, kann eine logopädische Stimm- und Sprechtherapie sinnvoll sein. Bei TOTALVOKAL in Düsseldorf-Kaiserswerth bieten wir sowohl das Atemtraining als auch die logopädische Atemtherapie an.
Wenn Du Fragen hast: Spricht uns gerne darauf an.
Inhalt

Atemtraining & logopädische Atemtherapie bei Atemproblemen
Viele Menschen erleben Atemprobleme vor allem in Situationen, in denen sie nervös oder angespannt sind. Solche Situationen kennen viele:
Schon vor dem Vortrag ist der Hals wie zugeschnürt, die Bauchmuskulatur ist verhärtet und das Atmen fällt schwer. Bei den ersten Wörtern klingt die Stimme kraftlos, brüchig, gepresst und zu hoch. Das Sprechen ist anstrengend und je länger der Vortrag dauert, umso qualvoller wird das Sprechen.
Diagnostik
Die wenigsten Menschen haben sich schon einmal aktiv mit ihrer Sprechatmung beschäftigt und nehmen sie im Alltag kaum wahr. Erst wenn Atemprobleme auftreten, entsteht häufig das diffuse Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt. Die eigenen Atemprobleme beim Sprechen lassen sich dabei oft nur schwer genauer beschreiben.
In der Diagnostik schauen wir deshalb genau hin. Mit einer ausführlichen Sprechanalyse können wir die Besonderheiten deiner Sprechatmung erkennen und unter anderem folgende Fragen beantworten:
- Wie häufig und wie regelmäßig erfolgt die Sprechatmung?
- Wie lange sind die Atempausen?
- Gibt es Atemgeräusche?
- Wie lange dauern die Sprechphrasen?
- Wie erfolgt die Einatmung beim Sprechen – durch Mund oder Nase?
- Wie ausgeprägt ist die Bauchatmung?
Störungen der Sprechatmung können sich unter anderem durch folgende Symptome zeigen:
- zu lange Sprechphrasen
- häufige kurze Atempausen mit hastiger Einatmung („Schnappatmung“)
- Atemgeräusche
- wenig ausgeprägte Bauchatmung
- ausgeprägte Hochatmung (Clavikularatmung)
- fehlende Entspannung der Bauchmuskulatur während der Einatmung
- mühevolle Atmung
- auffällig hoher Luftverbrauch beim Sprechen
- erhöhte Spannung, zum Beispiel im Schulter- und Nackenbereich
In diesem diagnostischen Prozess fördern wir deine Eigenwahrnehmung. Du lernst, deine eigene Sprechatmung bewusster wahrzunehmen und ihre Besonderheiten besser einzuschätzen. Das schafft eine wichtige Grundlage für das anschließende Atemtraining bzw. die Atemtherapie.

Diagnostik

Einfach atmen
Die physiologische Sprechatmung
Atmen kann leicht sein! Eine gute Atemtechnik hilft. Hier sind die wesentlichen Merkmale einer physiologischen Sprechatmung:
Sprechatmung ist Mundatmung
Beim Sprechen erfolgt die Einatmung in der Regel über den Mund. So kann die benötigte Luft schnell und möglichst geräuscharm aufgenommen werden. Eine Einatmung durch die Nase ist beim Sprechen deutlich langsamer und kann deshalb die Sprechatmung erschweren.
Die Sprechatmung erfolgt möglichst geräuscharm
Beim Sprechen wird die Luft möglichst schnell und geräuscharm über den Mund eingeatmet. Dabei öffnen sich Mund und Rachenraum, sodass die Luft ohne unnötigen Widerstand einströmen kann.
Atempausen erfolgen regelmäßig
Beim Sprechen wechseln sich Sprechphrasen und Atempausen sinnvoll ab. Regelmäßige Atempausen sorgen dafür, dass du deine Sätze nicht mit zu wenig Luft zu Ende sprechen musst. Zu lange Sprechphrasen können dagegen zu einer angestrengten und mühevollen Sprechatmung führen.
Costo-abdominale Mischatmung
Bei einer costo-abdominalen Atmung bewegen sich Brustkorb und Bauchraum bei der Einatmung gemeinsam. Das Zwerchfell senkt sich dabei ab und ermöglicht eine gute Ausdehnung des Rumpfes. Umgangssprachlich wird diese Form der Atmung häufig als Bauchatmung bezeichnet. Sie ermöglicht eine ruhige und gut koordinierte Atmung und kann dazu beitragen, dass die Sprechatmung weniger angestrengt abläuft.
Atemtraining und logopädische Atemtherapie konkret: so läuft die Behandlung ab
In den ersten Stunden erarbeiten wir gemeinsam die Grundlagen einer physiologischen Sprechatmung zunächst in einfachen Lese- und Sprechübungen. Dabei lernst du, deine Atmung beim Sprechen bewusst wahrzunehmen und gezielt zu verändern. Mit zunehmender Sicherheit steigern wir die Anforderungen und übertragen die erarbeiteten Fähigkeiten Schritt für Schritt auf die freie Rede. So wird aus den zunächst ungewohnten Atemübungen zunehmend eine sichere und selbstverständliche Sprechatmung. Wenn diese Sicherheit erreicht ist, kann ein Rhetorikkurs sinnvoll sein, um die erarbeiteten Fähigkeiten zusätzlich in der Vortragssituation vor einer Gruppe anzuwenden.

Atemtraining und Atemtherapie konkret

Die gute Nachricht: Eine leichtgängige Sprechatmung ist erlernbar
Atemtraining oder Logopädie?
Ein Atemtraining kann bereits bei gelegentlichen leichten Atemproblemen hilfreich sein. Wenn die Beschwerden stärker ausgeprägt sind oder bereits eine Stimm- oder Sprechstörung vorliegt, behandeln wir die Sprechatmung im Rahmen einer logopädischen Stimm- und Sprechtherapie.
Dabei schauen wir gemeinsam, wie deine Sprechatmung funktioniert und welche Veränderungen dir das Sprechen erleichtern können. Wir üben zunächst gezielt und übertragen das Erarbeitete anschließend immer stärker auf das freie Sprechen und deinen Alltag.
Eine ärztlich verordnete logopädische Stimm- und Sprechtherapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich übernommen. Für deine individuelle Situation beraten wir dich gerne.
Wenn du Fragen zu deiner Sprechatmung hast oder wissen möchtest, ob eine logopädische Behandlung für dich sinnvoll ist, kannst du uns gerne über unser Kontaktformular schreiben.